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Lizenzrechtliche Änderungen hinsichtlich der Übernahme von Red Hat durch IBM

Am 28. Oktober 2018 gab IBM die Übernahme von Red Hat bekannt, welche am 9. Juli 2019 offiziell abgeschlossen wurde.

Mit dem Zusammenschluss verfolgt IBM in erster Linie das Ziel, sein Software-Portfolio in jeder öffentlichen und privaten Cloud verfügbar zu machen. Konkret bedeutet dies, dass IBM sein Software-Portfolio für Red Hat OpenShift optimiert (Kubernetes-basierte Containerplattform, welche im Wesentlichen in jeder Cloud-Plattform verfügbar ist). Insgesamt hat IBM mehr als 100 Produkte für OpenShift optimiert und in sogenannten »Cloud Packs« gebündelt. Derzeit gibt es fünf dieser Pakete:

  • Cloud Pack für Daten
  • Cloud Pack für Anwendungen
  • Cloud Pack für Integration
  • Cloud Pack für Automatisierung
  • Cloud Pack für Multi-Cloud-Management.

Zu diesen Technologien, die IBM-Kunden jetzt unter anderem auf AWS, Azure, Google Cloud Platform oder IBMs eigener Cloud ausführen können, gehören

  • DB2,
  • WebSphere,
  • API Connect,
  • Watson Studio und
  • Cognos Analytics.

Wie sieht die Integration von Red Hat in IBM knapp ein Jahr nach der Übernahme aus?

Wir haben uns für Sie tiefer in das Thema eingearbeitet und zusammengefasst, ob und welche Änderungen sich für Red-Hat-Kunden ergeben haben.

Eine Übernahme durch IBM besteht in der Regel aus mehreren Phasen; jede hat ihre eigenen rechtlichen Aspekte. Die vollständige Integration von Softwaremarken in das IBM-Produktportfolio kann einige Jahre dauern. Bis zum Abschluss bleiben bestehende Verträge mit Red Hat wirksam, einschließlich der ursprünglich vereinbarten Bedingungen und Konditionen.

Ein Jahr nach der Übernahme haben sich wenige bis keine Änderungen ergeben. Red Hat tritt weiterhin als unabhängiges Unternehmen auf, während IBM als wichtigster Partner fungiert. Nach aktuellem Stand werden Red-Hat-Produkte auch weiterhin nicht in das IBM-Produktportfolio integriert, sodass aktuell für Kunden keine Änderungen hinsichtlich ihrer Verträge und Lizenzbedingungen zu erwarten sind. Die Komplexität der Lizenzierung von IBM- und Red-Hat-Produkten bleibt bestehen.

Wir empfehlen Ihnen trotz allem, vorbereitende Maßnahmen zu ergreifen. Somit ermöglichen Sie Ihrer Organisation eine fundierte Auswirkungsanalyse bezüglich der Lizenzposition:

  • Identifizierung und Registrierung von Red-Hat-Verträgen und -Lizenzen, einschließlich Wartung und Support
  • Identifizierung und Registrierung der in Ihrer Infrastruktur installierten Red-Hat-Produkte
  • Überprüfung Ihrer Cloud-Strategie

Kontaktieren Sie uns gern, wir unterstützen Sie und Ihre Organisation dabei, vorbereitende Maßnahmen zu ergreifen, die mögliche zukünftige finanzielle Risiken erkennen und deren Eintreten verhindern.

Angelique Bethmann | Tags: Software Asset Management, Lizenzmanagement, Red Hat, IBM, Cloud, Azure, Google